HANS OP DE BEEK: The Cliff

Eine wunderschöne, stille, besänftigende, zerbrechliche, verstörende

Reise durch die Traumwelten des HANS OP DE BEEK.

Derzeit mit ,The Cliff' in der Kunsthalle Krems zu bestaunen.

Ausschnitt aus einem Interview mit der Kunsthalle Krems:

,Ihre Figuren halten meistens ihre Augen geschlossen, sind in sich gekehrt. Ihre neue, titelgebende Installation The Cliff (2019) – erstmals in der Kunsthalle Krems zu sehen – zeigt ein Liebespaar auf einer Klippe. Wir können zum ersten Mal in die Augen Ihrer Figuren blicken. Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung?'

Erst seit ein paar Jahren traue ich mich auch, Menschen plastisch darzustellen. Das ist extrem knifflig, da die Falschheit einer menschlichen Skulptur immer sehr offensichtlich ist, während es nach meiner – natürlich höchst subjektiven – Ansicht für Betrachter/innen leichter ist, in fiktionalen verlassenen, menschenleeren Städten, Naturlandschaften oder Innenräumen authentische Emotionen zu finden. Nachdem ich viele Skulpturen von Menschen mit geschlossenen Augen gemacht hatte, fand ich, es wäre mehr als nur interessant, Skulpturen von Menschen mit geöffneten Augen zu machen. Dabei kommt man dem eingefrorenen Moment der Fotografie oder des Film Stills nahe, wo ein Blick nur eine Sache von Sekunden ist. In The Cliff beobachten wir ein Teenagerpärchen, beide im Alter von 14 Jahren, die händchenhaltend auf einer schroffen Felsenklippe sitzen. Er sieht sie an, und sie blickt in Richtung Horizont, als wäre es ein zur Skulptur erstarrter Kinofilmmoment. Ich wollte die Betrachter/innen einladen, um diesen angehaltenen Moment herumzugehen, als wären ihre Augen die Kamera in einem Schwarz-Weiß-Film. Für die Figuren bleiben wir allerdings vollkommen abwesend, da sie uns keines Blickes würdige.

Aktuelle Einträge
Archiv
Schlagwörter