#MeToo. Raus aus der Opferrolle

January 13, 2018

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=71012

Die Philosophin Svenja Flaßpöhler, Chefredakteurin des "Philosophie-Magazins", über die #MeToo-Debatte.

(..) Wenn man keine Belästigung will, dann muss man im Grunde sagen, dann müßen wir in einer Kultur leben, in der es auch keine Verführung mehr geben darf. Und das ist etwas, und das ist der Grundfehler dieser ganzen Debatte, dass hier eigentlich eine Welt imaginiert wird, in der niemand mehr verletzt wird, in der niemand mehr belästigt wird, aber das ist eine grandios prüde und enterotisierte Welt. 

(..) und das man sich vorallendingen klar wird, dass diese #MeeToo Debatte und der Diskurs, wie er geführt wird, eigentlich kulturhistorisch gesehen ein sehr sehr altes Bild reaktiviert. Nämlich das Bild einer Frau, die eigentlich nur reagieren kann auf das männliche Begehren. Dh. kulturhistorisch gesehen  gibt es da - und da ist der psychoanalytische Diskurs sicherlich als erstes zu nennen, gibt es den allmächtigen Phallus und die Frau kann eigentlich immer nur reagieren, sich schützen, abwehren. Aber das weibliche Begehren selber, bleibt eigentümlich leer. , Die Frau gibt es eigentlich nicht’ hat Jaques Lacan gesagt, sie hat eigentlich keine eigenes Begehren. Und ich glaube, dass das das eigentliche Problem ist, dass die Frau eigentlich nicht in die sexuelle Potenz kommt und von da ausgehend auch nicht in die Potenz des Handelns kommt. Sondern sie ist immer jemand - oder zumindest in den geschilderten Situationen auffällig oft jemand, die eigentlich doch eigentlich viel öfter bei dem Mann ist, als bei sich selbst. Dann, in bestimmten Situationen nicht agiert, nicht handelt, sondern eigentlich etwas mitmacht, was sie eigentlich nicht will und dann hinterher, perfiderweise den Mann dafür zur Verantwortung zieht. Vollkommen verquere Logik. 

 

 

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